Freitag, 17. Mai 2013

Die Kunst des 'Nicht-Als-Touristin-Erkannt-Werdens'

Meine Lieben!

Nun bin ich schon über zwei Wochen in London und mittlerweile eine Expertin des "Nicht-Als-Ausländerin-Erkannt-Werdens". Ich begegne tagtäglich so vielen Touristen, für die ich mich aus unbefindlichen Gründen fremdschämen muss.  Deshalb besteht meine einzige jedoch allgegenwärtige Angst darin, dass mich irgendjemand als Ausländerin oder gar Touristin wahrnehmen könnte. Da ich davon überzeugt bin, dass sich da draussen sicherlich irgendwo wunderbare Menschen mit demselben Leiden tummeln, habe ich drei ultimative Tipps für euch. Also spitzt die Ohren (resp. die Augen) und lernt von der Meisterin.


1. Kleidung - Engländer und vor allem die Londoner kleiden sich gerne etwas extravaganter. Vintage-Teile, bauchfreie Tops, auffällige Muster. Man trägt was gefällt aber das (meist) mit Stil. Kleidet euch so auffällig wie ihr mögt aber vermeidet folgende Teile: Caprihemden (ausser ihr wollt an der Themse Badeurlaub machen), ultrahässliche und überdimensionale Rucksäcke (es heisst ja schliesslich Stadtrundgang - nicht Stadtwanderung), I LOVE LONDON-Shirts o.ä. und vor allem Sandalen kombiniert mit schaurigen Socken (ausser ihr seid deutsch und habt euren Pass verloren).

2. Strassenverkehr - Ja, wir wissen es alle. Die Engländer fahren auf der anderen Strassenseite in eigenartig verkehrt rum gebauten Autos. Das ist aber noch lange kein Grund um gleich unruhig zu werden und mit üblen Grimassen den Kopf hektisch von der einen Seite zur anderen zu drehen. Damit seid ihr erledigt und eure Tarnung als Nicht-Ausländer aufgedeckt. Also keep calm and carry on. Denn die lieben Falschrumfahrer haben freundlicherweise auf fast jede Bordsteinkante hingekritzelt in welche Richtung man zu schauen hat. Also einfach unauffällig auf den Boden gucken bevor man einen dreifachen Genickbruch erleidet.

3. Tube Stations - Als Wannabe-Engländer solltet ihr euch vor allem an den Tube Stations britisch verhalten. Sich mitten anstatt rechts auf die Rolltreppe zu stellen, ist nicht nur mordsmässig uncool sondern auch ein klassischer Anfängerfehler. Doch was meine Fremdscham-Gefühle noch derber werden lassen, ist folgende Situation: Tourist A, mit London-Shirt und zehntausenddreihundertvierundzwanzig Primarksäcken, und Touristin B, bepackt mit schaurigem Tatonka-Rucksack kommen gerade an der Plattform an. Touristin B sieht die Tube stehen, Tourist A hinkt mit seinen Papiertüten hinterher. Die resolute Touristin B hört zwar den Signalton, der das Schliessen der Tür ankündigt, lässt sich davon jedoch nicht beirren. Im Gegenteil. Sie bündelt ihre letzten Kräfte und rennt wild entschlossen in Speedy-Gonzales-Manier auf die noch offene Tür los. Dort angekommen, nimmt sie einen Satz und wirft sich mit einem Oscar-verdächtigen Schrei in die U-Bahn. Natürlich schliesst genau in dem Moment die Tür und sie schafft es noch mit Ach und Krach und allerletzer Sekunde ihren Rucksack aus dem Türspalt zu ziehen. Theatralisches Ausatmen. Ein Schweiss-von-der-Stirn-Wischen. Plötzliches Erstarren. Darauf folgt ein wildes Handgefuchtel. Tourist A, der immer noch in Gesellschaft seiner Primarktüten auf der Plattform steht, gestikuliert ebenfalls. Die Tube fährt los und Verzweiflung kommt auf. Ein hektisches nach-dem-Handy-Greifen folgt. Nach der Erkenntnis, dass man in der Tube kein Netz hat, gibt die sonst so unermüdliche Touristin B auf und steigt bei der nächsten Gelegenheit aus. Herrlich. Wie die Geschichte weitergeht, weiss ich nicht, denn bisher durfte ich immer nur diesen Teil davon miterleben. Fazit: Nur Touristen (oder sehr geübte Londoner) springen während dem Signalton noch in die U-Bahn. Don't do it. Das kann nur schaurig touristisch enden.

Montag, 6. Mai 2013

Eierköpfe, Glatzen und Schnäuze


Meine Lieben!

Ich lebe noch! Also jetzt so in echt! Kaum zu glauben. Ich wohne nun schon seit über einer Woche in London und habe mich weder in eine U-Bahn-Türe eingeklemmt, noch bin ich von der falschen Seite überfahren worden oder habe mich aufgrund meines überaus guten Orientierungssinns irgendwo verirrt. Also wie ihr seht, habe ich die ersten Tage ziemlich erfolgreich und ohne Missgeschicke hinter mich gebracht. Naja fast. Mal von der Situation abgesehen, als ich mich in meinem Bad aus Versehen vollständig bekleidet abgeduscht hatte. Oder als ich beim Ausgang in der Tube Station eine halbe Ewigkeit vor der Schranke gestanden bin, um dann irgendwann zu realisieren, dass ich mit meiner Karte jene daneben geöffnet hatte.
Sich am Leben zu halten und gleichzeitig vor Missgeschicken zu bewahren, kann eben einem fetten dreistündigem Power-Workout gleichen und so kam es dazu, dass zwischenzeitlich ein paar Strohballen auf meinem Blog rumgerollt sind. Dafür werde ich mich jedoch nicht entschuldigen, denn ich weiss genau, dass dies in den kommenden Wochen wiedermal passieren wird. Ich habe mittlerweile nämlich den Anspruch, dass ich nur sorgfältig verfasste Posts veröffentliche und mir auch angemessen Zeit dafür nehme. Denn es gibt genügend blabla-Blogs, die täglich ihre Outfitbilder inkl. zwei Zeilen inhaltlichem Müll in Form eines orthografischen Desasters veröffentlichen, nur um gebloggt zu haben.
So. Aber jetzt noch kurz zum Outfit. Wie ihr sehen könnt, sind die Bilder noch in der Schweiz entstanden. Ich habe nämlich mit Antira von Yoko-Photography noch was vorbereitet, da ich nicht genau wusste, ob ich direkt jemanden finden würde, der meine Outfitbilder schiesst und ob ich auch allgemein genügend Zeit dafür haben werde. Ach ja und bitte schaut euch mein Shirt an! Ich find's echt geil, weil es in mir Kindheitserinnerungen weckt. Auch wenn ich mir schon von einigen Personen meines Umfelds anhören musste, dass es hässlich sei. Pfff. Die haben eben alle keine Ahnung. Banausen das.



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Dienstag, 30. April 2013

Nein, die Tube ist kein Senfbehälter


Meine Lieben!

Da meld ich mich mal wieder. Diesmal aus dem Land der Teetrinker, der Joggingschuhe-zu-Anzug-Träger, der Yorkshirepudding-Esser.
Am Sonntagmorgen bin ich ins Flugzeug gestiegen und erst am Nachmittag und durch Belästigung einiger Passanten endlich in der Residenz angekommen. Gestern hatte ich dann reichlich Muskelkater vom Kofferschieben (Mitleid bitte!).
Das Viertel, in dem ich wohne, könnte man als abgeschwächte, englische Version der New Yorker Bronx bezeichnen. Das Gute daran ist, dass hier praktisch nur Ausländer wohnen, die der englischen Sprache nicht wirklich mächtig sind und ich somit mit meinem Akzent nicht auffalle.

Eigentlich würde ich mich schon als nicht ganz untalentiert bezeichnen, was das Orientieren und das Lesen von Karten anbelangt. Also bisher zumindest. Denn seit gestern, als ich volle 30 Minuten meine Schule gesucht habe, habe ich mit ein paar Zweifeln diesbezüglich zu kämpfen. Die Schule liegt nämlich mitten im Zentrum. Beim Oxford Circus ausgestiegen, ging ich also mal einfach die nächstbeste Strasse entlang. Nach ein paar Minuten merkte ich dann, dass dies wohl eher die Oxford Street sein müsste anstatt die Regent Street, in die ich eigentlich hätte einschlagen müssen. Also latschte ich den ganzen Weg wieder zurück. Wieder beim Oxford Circus angekommen, stand ich vor der Millionenfrage mit 50/50-Joker. Rechts oder links? Ich entschied mich für rechts. Bämbäämbäämbääääääm... FAIL! Günther hätte mich ohne Million nach Hause geschickt. Irgendwann, fragt mich nicht wie, bin ich dann bei der Schule angekommen. Mit reichlicher Verspätung, versteht sich. Mein Tag war gerettet und ich fühlte mich als hätte ich Grossartiges vollbracht: Ich hatte meine Schule gefunden! Naja so im Nachhinein hört sich das irgendwie nicht mehr so heldenhaft an. Egal.
Auf jeden Fall kann ich es noch kaum glauben, dass ich nun echt die nächsten paar Wochen hier verbringen werde. London. Hihi.


Donnerstag, 25. April 2013

Leandra im Klunkerparadies


Meine Lieben!

Ich bin noch völlig benebelt von all den Uhren, dem Bling Bling und dem Übermass an überaus attraktiven Schlipsträger, in dessen Welt ich mich heute Morgen begeben habe. Anlass dafür war die Basel World 2013 aka Leandras Klunkerparadies. Ich wurde von Fossil Schweiz eingeladen, ihren Showroom resp. ihre Showrooms zu besichtigen. (Das sind übrigens die, die mir immer diese übelst protzigen Gewinne zur Verfügung stellen und der Grund, weshalb ihr alle paar Monate euren Sabberfluss nicht mehr im Griff habt.) Auf jeden Fall hatte ich da heute einen Termin um Uhren anzugucken. Ich dachte ja anfangs das sei nicht so ein großes Ding aber ihr glaubt ja nicht, was das für ein Auflauf war! Schon nur das Tram war voll mit schwarzgekleideter Businessmenschen (mit obligatorisch grimmiger Miene versteht sich) und mittendrin, ein ziemlich buntes Persönchen mit orangen Haaren, Jeansjacke und Discokugelhose. Ich fühlte mich irgendwie fehl am Platz. Wo war mein iPad, auf dem ich wichtigtuerisch hätte herumtippen können? Wo war mein Deux-Pièce, mit dem ich richtig chefig ausgesehen hätte? Und wo war eigentlich mein Arbeitskollege mit dem ich mich angeregt auf Englisch (hört sich immer etwas wichtiger an) hätte unterhalten können?
Nachdem ich mich jedoch beruhigt hatte und mich daran erinnerte, dass ich ja glücklicherweise nicht an die eigentliche Ausstellung sondern direkt zu Fossil gehen musste, schlug mein Herz wieder normal. Dies änderte jedoch wieder schlagartig, als ich mit Fossil-Mitarbeiter Stefano im ersten Showroom angekommen war und die ganzen Uhren um mich herum entdeckte. Leute, ich sags euch ich bin ja nicht so der übelst krasse Klunkerträger, sondern bevorzuge eher Einzelstücke mit geringerem Wert aber bei dem Anblick haben sogar meine Augen geglänzt. All die wunderschönen Uhren und Schmuckstücke - ich fühlte mich wie Audrey Hepburn bei Breakfast at Tiffany's, nur ohne Breakfast, versteht sich.
Nachdem wir Diesel (Bild 6), Emporio Armani, Marc by Marc Jacobs, DKNY angeschaut hatten, ging's weiter zu Skagen (Bilder 1-3). "Ska-what?!", werdet ihr euch fragen. Fragte ich mich auch. Ich hatte bisher noch nie von dieser - wie sich herausstellte - dänischen Marke gehört. Bisher. Denn Skagen war für mich das absolute Highlight aller Showrooms! Die Modelle sind einfach wunderschön. Zierlich, leicht, schlicht und trotzdem haben sie das gewisse Etwas - der Stil, der sich durch die ganzen Kollektionen zieht und anhand dessen sie sich von den anderen Marken deutlich abhebt. Auch preislich gehört Skagen zu den erschwinglicheren Labels.
Auch sehr gut gefallen hat mir Karl Lagerfelds Kollektion (Bild 4 und 5). Sonderlich überrascht hat mich diese jedoch nicht, denn was der Karl macht ist immer sehr stilsicher. Zum Schluss seht ihr noch einige Bilder (7 -9) von Michael Kors. Leider bin ich mittlerweile von Michael Kors nicht mehr so angetan, weil mir persönlich der Hype darum einfach zu groß geworden ist. Aber da ich spätestens seit dem letzten Gewinnspiel weiß, dass unter euch einige richtige Michael-Kors-Närrinnen sind, habe ich ein paar Extra-Bilder geschossen.

Fazit des Tages: Auch ich kann mich hin und wieder etwas verloren fühlen, Skagen ist ultrageil, Karl hat mal wieder Stil bewiesen und Uhren angucken kann ziemlich anstrengend sein.

Kanntet ihr die Marke Skagen? Welche Marke sagt euch bei Schmuck und Uhren am meisten zu? Wart ihr schon mal an der Basel World?

1-3 Skagen, 4-5 Karl Lagerfeld, 6 Diesel, 7-9 Michael Kors


In diesem Sinne bedanke ich mich herzlich bei Fossil Schweiz für die Einladung und bei Stefano für den spannenden Morgen!

Montag, 22. April 2013

Blumengekrönte Frittenkönigin


Meine Lieben!

Ha! Ich wusste doch, dass der gute alte Petrus auf mein Gemecker hören und mir ein paar Sonnenstrahlen bescheren würde. Um diese sommerlichen Temperaturen auch akkurat zu würdigen, habe ich sogar mein Blumenhaarreif hervorgegrabscht. 
Das Shirt stammt wie auch der letztens gezeigte Marshmallow- aka Muskelpulli aus meiner smoooothclothing-Bestellung. Die Hose ist auch neu - von Topshop. Den einen Ring von Asos kennt ihr ja bereits aber was ihr bisher nicht wusstet: Zu ihm gehört eigentlich noch ein zweiter! Ja, so ist das. Sachen gibt's.
Ich entschuldige mich an dieser Stelle noch bei euch, dass ich die letzten Tage etwas stumm war. Ich stecke mitten in den Vorbereitungen für London und Paris. Diese Woche Sonntag geht's ja schon los! Judihui ich freu mich! Zusätzlich hatte ich gestern noch ein Shooting für Kopfwerk Basel. Dafür musste ich mich am Samstag einem sechsstündigen Färbeprozedere hingeben. Danach hatte ich einen dreifachen Nackenbruch und das Gefühl einer verfünffachten Haarmenge, die so sehr auf mein kluges Köpfchen drückte, sodass ich meine Kopfschmerzen nicht mal mit einer ganzen Packung Aspirin weggekriegt hätte. Das Ergebnis seht ihr beim nächsten Outfitpost, denn diese Bilder hier hat die bezaubernde Antira von Yoko-Photography noch vor dem Friseurbesuch gemacht.





shorts - topshop / shirt - smoooothclothing / cardigan - h&m / headband - etsy / rings - asos / shoes - h&m / long necklace - h&m / short necklace - ebay / earrings - h&m